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?sterreichs Umweltbischof: ?Kirche wichtige Stimme in Sachen Nachhaltigkeit"

Am 1. September beten Christen und Christinnen in der ganzen Welt gemeinsam für die Bewahrung der Sch?pfung. Inmitten all der globalen Krisen der Jetzt-Zeit bleibt die Umweltfrage pr?sent, sagte uns ?sterreichs Umweltbischof Alois Schwarz. Die Welt werde aber nur dann bewohnbar bleiben, wenn die ?kologische Frage mit der sozialen Frage zusammen gesehen und gel?st wird.

Herr Bischof, warum ist aus Ihrer Sicht das Gebet aller Christen für die Bewahrung der Schöpfung heute besonders dringlich?

Bischof Schwarz: Das Gebet erinnert mich und jeden Christen daran, dass es einen Gott gibt, der als Schöpfer dieser Welt uns Menschen, jeden Menschen, ins Dasein hineingeführt hat. Das Gebet erinnert, dass er die Sonne aufgehen lässt und untergehen lässt, dass er die Welt in seinen Händen hält. Das Gebet zeigt mir und damit auch der ganzen Welt, dass er der Herr der Schöpfung ist. Und ihn bitte ich oft, dass er diese seine Schöpfung vor Unheil, vor Unwetter, vor Katastrophen, vor Missgeschick bewahren möchte. Das Gebet um die Bewahrung der Schöpfung ist das erste, was notwendig ist, damit die Welt als Schöpfung Gottes auch in Zukunft ein Haus für alle Menschen bleibt.

Die Sorge für die Umwelt ist seit zehn Jahren sozusagen ?amtlich katholisch“: 2015 ist die Umwelt- und Sozialenzyklika ?Laudato Si“ von Papst Franziskus erschienen. Wenn Sie als Österreichs Umweltbischof auf diese zehn Jahre zurückschauen: Ist das grüne Denken im Herzen aller Gläubigen angekommen?

Bischof Schwarz: Die Enzyklika Laudato Si war ein Weckruf der katholischen Kirche für die ganze Menschheit, mit einer Einladung, dass auch andere christliche Konfessionen und Religionen mit großer Wachsamkeit auf das gemeinsame Haus der Welt schauen. Laudato Si hat großes Interesse und große Wachsamkeit gefunden bei vielen Menschen, denen es ein Anliegen ist, dass unsere Erde auch in Zukunft ein Raum des Lebens und der Zukunft bleibt.

Hier zum Hören:

Und in Österreich?

Bischof Schwarz: Die Enzyklika hat in Österreich sehr viele Initiativen ausgelöst, beziehungsweise die Initiativen, die vorher schon da waren, bestärkt. Nämlich, dass in den Pfarren, in den Ordensgemeinschaften, in den Schulen eine neue Aufmerksamkeit dafür ist, dass unsere Welt in ökologischem Gleichgewicht bleibt und auch die nächste Generation noch eine lebenswerte Umwelt und schöpfungsorientierte Heimat vorfindet.

Alois Schwarz, Diözesanbischof von St. Pölten
Alois Schwarz, Diözesanbischof von St. Pölten

Wie sehr wird die Kirche in Österreich heute in der Politik als grüne Stimme wahrgenommen?

Bischof Schwarz: Die Kirche ist in Österreich nicht nur eine Stimme für eine Bewahrung der Schöpfung, sondern setzt viele Initiativen, die von der Politik mitgetragen, unterstützt und gefördert werden. Es ist sehr erfreulich, dass es in den Schulen, in den Ordensgemeinschaften, in den Pfarren Initiativen gibt, die von der Öffentlichkeit nicht nur geschätzt, sondern auch gefördert werden. Die Kirche war aber immer Gesprächspartnerin, wenn es darum ging, den österreichischen Weg der ökosozialen Marktwirtschaft zu entfalten und zu fördern. Die Kirche ist hier immer eingebunden gewesen, wenn es um Ökologie, um soziale Fragen und um wirtschaftlichen Erfolg im Rahmen der Marktwirtschaft geht. Und ich bin sehr dankbar, dass in Österreich die katholische Kirche eine so gewichtige Stimme in der Sorge um die Umwelt und die Nachhaltigkeit hat.

Papst Leo XIV. stellt sich in Sachen Ökologie und Nachhaltigkeit in die Nachfolge von Papst Franziskus: Er hat die erste Messe nach dem neuen Messformular für die Bewahrung der Schöpfung gefeiert, in seiner Botschaft zum diesjährigen Weltgebetstag am 1. September ?Umweltgerechtigkeit“ angemahnt, und er verfolgt den Plan von Franziskus weiter, den Vatikan zum ersten CO2-neutralen Staat der Welt zu machen. Wie schätzen Sie dieses Engagement des US-amerikanischen Papstes in seiner globalen Vorbildwirkung ein?

Bischof Schwarz: Damit zeigt der Heilige Vater, dass die Glaubwürdigkeit im eigenen Haus beginnen muss. Die Kirche und vor allem der Blick auf den Vatikan ist sehr wichtig für alle Völker dieser Welt, dass sie sehen: Die Kirche selbst engagiert sich in der Bewahrung der Schöpfung, setzt finanzielle Mittel ein, dass unsere Welt auch auf Zukunft hin ökologisch und nachhaltig bewirtschaftet wird. Nur so wird das gemeinsame Haus der Welt auch auf Zukunft hin gestaltet. Der Papst bringt weiters die ganze spirituelle Kraft ein, die das Evangelium uns schenkt, wenn es darum geht, die Initiativen zur Erhaltung der Welt in Gang zu bringen.

Der berühmte blaue Kirchturm von Dürnstein in der Wachau in der Diözese St. Pölten
Der berühmte blaue Kirchturm von Dürnstein in der Wachau in der Diözese St. Pölten

Leo XIV. hat auch zum Gebet für Menschen ?innerhalb und außerhalb der Kirche“ eingeladen, ?die die Dringlichkeit der Sorge um unser gemeinsames Haus noch immer nicht erkennen“. Ist denn die Umweltfrage so weit nach unten in der Liste der Dringlichkeiten gerückt?

Bischof Schwarz: Unsere Welt steht heute vor ganz großen Katastrophen. Die Klimakrise ist eine Krise davon, das andere sind die Kriege, die Frage der Migration und der großen Flüchtlingsströme. All das muss aber zusammengesehen werden mit der Sorge um das gemeinsame Haus, das wir bewohnen. Unsere Welt wird nur dann eine bewohnbare Zukunft haben, wenn die sozialen Fragen, die kulturellen Fragen, auch die spirituellen Herausforderungen gemeinsam gesehen und gelöst werden. Die Veränderung der Sorge um die Umwelt ist zunächst eine Veränderung der Herzen der Menschen für eine Schöpfung, die von Gott ins Dasein gerufen wurde und deren Erhaltung wir immer wieder im Auge haben müssen. Im Glaubensbekenntnis der katholischen Kirche heißt es ja ganz am Anfang, wir glauben an einen Gott, der der Schöpfer der Welt ist. Dieser Schöpfer der Welt liebt den Menschen und sein Anliegen ist es, dass die Menschen mit innerer Hoffnung auf diesen Gott schauen, der ihnen die Kraft gibt, die Welt als bewohnbares Haus auf Zukunft hin zu gestalten.

(vatican news – gs)

 

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31. August 2025, 09:08