Anima-Rektor: ?Rompilger freuen sich, zu Ostern den Papst zu sehen"
Gudrun Sailer - Vatikanstadt
Das Heilige Jahr ist jetzt fast vier Monate alt. Wie läuft es denn aus Sicht von Ihnen als Rektor der Anima, der deutschsprachigen Pilgerkirche im Herzen von Rom?
Michael Max: Das Heilige Jahr läuft gut. Wir haben bis jetzt, seit Beginn des Heiligen Jahres kann man sagen, seit Weihnachten eine sehr hohe Anzahl von Gruppen, Pilger und Pilgerinnen bei uns zu Gast gehabt. Viele Diözesen, die schon gekommen sind aus deutschsprachigen Ländern. Einzelpilger, Einzelpilgerinnen. Wir merken, anders als in anderen Jahren, in denen die Pilgersaison, die Gruppensaison vielleicht um diese Zeit März, April um Ostern stärker beginnt, dass das seit Januar eigentlich permanent der Fall ist und jetzt noch einmal natürlich mehr wird.
Papst Franziskus ist auf dem Weg der Genesung. Man weiß noch nicht genau, in welcher Form er an den Osterfeierlichkeiten im Vatikan wird teilnehmen können. Wie ist denn für die Leute, die aus den Ländern deutscher Sprache nach Rom kommen, die Vorstellung ?Ostern ohne Papst“?
Michael Max: Mein Eindruck ist, dass die Leute sehr gut informiert sind. Sie wissen natürlich auch dank der Berichterstattung von Vatican News ungefähr, wie es dem Heiligen Vater geht, wie das einzuschätzen ist mit den Gottesdiensten und nach den letzten Möglichkeiten, Franziskus zu sehen, zu erleben, ihm auch zu begegnen. So gehe ich davon aus, dass alle damit rechnen und sich darauf freuen, dass auch zu Ostern bei den großen Gottesdiensten, beim Urbi et Orbi, bei der Heiligsprechung von Carlo Acutis der Papst in der einen oder anderen Art und Weise sicher auch präsent sein wird.
Sie beobachten Papst und Vatikan aus einer, man kann es so sagen, privilegierten Warte. Wie nehmen Sie diesen Papst Franziskus wahr, in seiner Art und Weise, mit seiner Krankheit und mit seiner Genesung umzugehen?
Michael Max: Ich habe in den letzten Tagen und Wochen gedacht: Eigentlich macht Papst Franziskus zurzeit sichtbar, wie er das Motto des Heiligen Jahres, ?Pilger der Hoffnung“, versteht. Er selber hat ja dieses Motto für das Heilige Jahr ausgesucht. Pilger in der Hoffnung zu sein: Wie er jetzt mit der Krankheit umgeht, wie er sich präsentiert, wie er sich auch in seinen Dienst, in seiner Schwäche, in seiner Krankheit auf den Weg der Genesung hineinbegibt, ist er wirklich ein Pilger der Hoffnung, denn man spürt an ihm die Hoffnung, die ihn trägt. Dieses Ausgerichtetsein auf Christus und seine Botschaft, das sich tief geborgen und getragen Fühlen in den Händen Gottes. Man spürt bei Papst Franziskus die Haltung: Nicht ich entscheide. Nicht die Ärzte entscheiden. Gott entscheidet, wie dieses Pontifikat weitergeht und vielleicht einmal zu Ende geht. Da merkt man, wie ihn diese Hoffnung trägt. Aber es ist nicht nur eine Hoffnung, die einen sicheren Ankerplatz gibt, sondern eine Hoffnung, die ihn zum Pilger macht – einer, der aufbricht, einer, der hinausgeht, der den Menschen begegnen möchte. Und ich hoffe und freue mich darüber, wenn es möglich ist, dass es da noch viele Gelegenheiten geben wird.
(vatican news - gs)
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