?Eine Geschichte der Barmherzigkeit“ – Diane Foley begegnet Papst Leo XIV.
Eugenio Murrali und Mario Galgano - Vatikanstadt
?Es war ein unglaubliches Geschenk“, beschreibt Diane Foley die Begegnung mit Papst Leo XIV. Für sie sei es bewegend, dass der Papst aus den Vereinigten Staaten stamme: ?Wir brauchen seine Führung für Frieden und Hoffnung in der Welt.“
Diane Foley hat ihren Sohn James – Jim genannt – auf tragische Weise verloren. Der Journalist wurde 2012 in Syrien entführt und zwei Jahre später von Kämpfern des sogenannten Islamischen Staates getötet. Doch anstatt im Schmerz zu verharren, suchte seine Mutter Wege des Verstehens. 2021 traf sie Alexanda Kotey, einen der an der Ermordung beteiligten Männer. ?Inmitten von Krieg und Hass sieht man keine Gesichter mehr. Ich wollte Jim wieder ein Gesicht geben“, erklärt sie. ?Er war ein Journalist, ein Mann des Friedens. Kein Kämpfer, kein Mensch mit Waffen.“
Ein Mensch, der jungen Menschen Orientierung bot
Im Gespräch mit Kotey wollte sie zeigen, dass ihr Sohn ein Lehrer und Mentor gewesen sei, ein Mensch, der jungen Menschen Orientierung bot. ?In einem anderen Leben hätten sie vielleicht sogar Freunde sein können“, sagt Diane Foley.
Ihr Buch American Mother, das sie mit dem irischen Schriftsteller Colum McCann verfasste, zeichnet nicht nur das Porträt ihres Sohnes, sondern auch ihren eigenen Weg – geprägt von Trauer, Glaube und dem Versuch, im Schmerz Menschlichkeit zu bewahren. ?Mitgefühl ist Teil des Weges, auf dem wir den Mut haben müssen, mit Menschen zu sprechen, die wir nicht verstehen oder vielleicht sogar nicht mögen“, so Foley. Das Treffen mit Kotey beschreibt sie rückblickend als ?Gnade“: Er habe ihr zugehört, und sie selbst habe die Kraft gefunden, ihm zuzuhören.
Die Bedeutung des Glaubens
Wesentlich sei für sie der Glaube: ?Mein Glaube an einen barmherzigen und liebenden Gott war immer sehr wichtig für mich. Nach Jims Tod waren viele Engel um uns.“ Kurz nach der Ermordung rief Papst Franziskus bei ihr an – ein Zeichen des Mitfühlens, das sie bis heute bewegt.
Schon wenige Wochen nach Jims Tod gründete Diane die ?James W. Foley Legacy Foundation“. Sie setzt sich für die Rückkehr von im Ausland verschleppten oder zu Unrecht inhaftierten US-Bürgern ein und unterstützt die Sicherheit von Journalisten. Mehr als 170 Menschen konnten seitdem aus Geiselhaft befreit werden.
Foley ist überzeugt, dass Begegnung, Dialog und Mitgefühl Wege zu mehr Menschlichkeit eröffnen. Angesichts der Gewalt in Gaza, der Ukraine oder im Sudan sieht sie die Führungsrolle von Papst Leo XIV. als wichtiges Signal: ?Wir brauchen seine Stimme für den Frieden.“
Am Ende spricht Diane Foley von der Dimension der Vergebung: ?Vergebung bedeutet Barmherzigkeit. Wir alle brauchen Gottes Barmherzigkeit. Meine Geschichte ist eine Geschichte der Barmherzigkeit.“
(vatican news)
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